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Tommy Frenck
Tommy Frenck (geboren 1987 in Schleusingen) ist ein deutscher Rechtsextremist, Neonazi-Aktivist, Gastronom und Geschäftsmann aus Thüringen. Er gilt als einer der umtriebigsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Akteure der militanten rechtsextremen Szene in Deutschland. Durch die Organisation von Rechtsrock-Großkonzerten und den Betrieb eines Szene-Versandhandels verbindet Frenck politischen Aktivismus systematisch mit kommerziellen Interessen, um die rechtsextreme Infrastruktur zu finanzieren.
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1. Politischer Werdegang und Aktivitäten
Frencks politische Sozialisation begann in den frühen 2000er Jahren in der thüringischen Neonazi-Szene:
- Parteiaktivitäten: Er trat früh der NPD (heute „Die Heimat“) bei und war zeitweise Kreisvorsitzender im Landkreis Hildburghausen. Später distanzierte er sich organisatorisch von der Partei, um als parteiloser Rechter mehr Handlungsspielraum zu haben, tritt jedoch weiterhin bei Kommunalwahlen über freie Wählerlisten (wie das Bündnis „Zukunft Hildburghausen“) an.
- Kommunalpolitik: Es gelang ihm wiederholt, Mandate im Kreistag von Hildburghausen sowie im Stadtrat von Kloster Veßra zu erringen, wo er die parlamentarische Bühne zur Agitation und Provokation nutzt.
2. Wirtschaftliches Rückgrat: Gastronomie und Versandhandel
Frenck gilt als Paradebeispiel für die Kommerzialisierung des Rechtsextremismus. Er schuf feste physische und digitale Strukturen:
- Das „Gasthaus Goldener Löwe“: Im Jahr 2014 erwarb Frenck eine Gaststätte im thüringischen Kloster Veßra. Der „Goldene Löwe“ entwickelte sich schnell zum bundesweiten Pilgerort und zentralen Treffpunkt der Neonazi-Szene. Neben konspirativen Treffen und Liederabenden erlangte das Gasthaus traurige Berühmtheit durch zynische PR-Aktionen (wie dem Anbieten von Schnitzeln für 8,88 Euro an Adolf Hitlers Geburtstag).
- Der Online-Versand „Druck 18“: Über seinen Versandhandel vertreibt Frenck europaweit rechtsextreme Bekleidung, Musik, Fahnen und Merchandise. Die Zahl „18“ steht in der Szene codiert für die Initialen Adolf Hitlers. Das Geschäft dient als eine der Haupteinnahmequellen zur Finanzierung seiner politischen Aktivitäten.
3. Organisation von Rechtsrock-Großkonzerten
Frenck etablierte sich als einer der einflussreichsten Konzertveranstalter der europäischen Neonazi-Szene:
- „Rock gegen Überfremdung“ in Themar (2017): Frenck war der Hauptorganisator des bis dato größten Rechtsrock-Festivals in der Geschichte der Bundesrepublik. Im Juli 2017 kamen rund 6.000 Rechtsextremisten aus ganz Europa im thüringischen Themar zusammen. Das Event generierte massive Einnahmen für die Szene und führte zu bundesweiten Debatten über das Versammlungsrecht.
- Massenhafte Anmeldung als politische Versammlungen: Um die strikten Auflagen für kommerzielle Großveranstaltungen zu umgehen, meldet Frenck seine Konzerte systematisch als politische Kundgebungen bzw. Versammlungen unter dem Schutz des Grundgesetzes (Art. 8 GG) an.
4. Strafverfahren und staatliche Gegenmaßnahmen
Aufgrund seiner Aktivitäten steht Frenck unter permanenter Beobachtung des Bundes- und Landesamtes für Verfassungsschutz, die ihn als Führungsfigur einstufen. Er war Ziel zahlreicher Razzien und Gerichtsverfahren:
- Steuerprüfungen und Pfändungen: Behörden versuchen zunehmend, Frencks Netzwerk über das Wirtschafts- und Steuerrecht zu schwächen. Es kam in der Vergangenheit zu Razzien wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und zur Pfändung von Einnahmen aus seinen Großveranstaltungen.
- Gewerbeuntersagungsverfahren: Aufgrund seiner verfassungsfeindlichen Aktivitäten und strafrechtlichen Verurteilungen (u. a. wegen Volksverhetzung und der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen) gab es wiederholt Bestrebungen, ihm den Betrieb seines Gasthauses gerichtlich zu untersagen.
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5. Einzelnachweise
— Siehe auch: Digitaler Rechtsextremismus | Rechtsrock und rechtsextreme Subkultur | Rechtsextreme Strukturen in Thüringen

