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Sebastian Schmidtke

Sebastian Schmidtke (* 1985 in Strausberg) ist ein deutscher rechtsextremer Politiker und Aktivist. Er war langjähriger Landesvorsitzender der NPD in Berlin (heute Die Heimat) und ist seit 2014 Mitglied im Bundesvorstand der Partei. Schmidtke gilt als zentrale Galionsfigur der Neonazi-Szene in Berlin und Brandenburg und als wichtiges Bindeglied zwischen parteigebundenen Strukturen und militanten Kräften.

Leben und politischer Werdegang

Schmidtke wuchs in Brandenburg auf und schloss sich früh rechtsextremen Kreisen an. Er war zunächst im neonazistischen „Kampfbund Deutscher Sozialisten“ (KDS) aktiv, bevor er nach Berlin-Schöneweide zog.

Aufstieg in der NPD Berlin

Im Februar 2012 wurde Schmidtke zum Landesvorsitzenden der Berliner NPD gewählt. Unter seiner Führung vollzog der Landesverband eine deutliche Radikalisierung hin zu einem straßenorientierten Aktionismus. Er löste damit den eher intellektuell-völkisch orientierten Uwe Meenen ab.

Nationaler Widerstand Berlin (NW-Berlin)

Schmidtke wird von Sicherheitsbehörden und Beobachtern als eine der Schlüsselfiguren des Netzwerks „Nationaler Widerstand Berlin“ eingestuft. Diese Plattform diente jahrelang der Koordination militanter Neonazis und veröffentlichte „Feindeslisten“ von Journalisten, Politikern und Antifa-Aktivisten. Schmidtke bestritt offiziell stets die Urheberschaft, trat jedoch auf Demonstrationen als presserechtlich Verantwortlicher für NW-Materialien auf.

Infrastruktur und Aktivitäten in Schöneweide

Schmidtke war maßgeblich daran beteiligt, Berlin-Schöneweide zu einem regionalen Schwerpunkt für die rechtsextreme Szene auszubauen.

Szeneladen "Hexogen"

Von 2010 bis 2014 betrieb er in der Brückenstraße den Laden „Hexogen“.

Politische Strategien

Kampagnen gegen Asylbewerberheime

Schmidtke war Hauptinitiator der rechtsextremen Proteste in Berlin-Hellersdorf (2013). Er etablierte dort eine Strategie, bei der die NPD versuchte, rassistische Ressentiments in der Nachbarschaft durch tägliche Mahnwachen und Flugblattkampagnen zu instrumentalisieren („Hellersdorfer Modell“).

Initiative "Schutzzone"

Als Bundesorganisationsleiter forcierte er das Projekt „Schutzzone“. Hierbei patrouillieren Parteigänger in einheitlicher Kleidung in Wohngebieten und im ÖPNV, um eine staatliche Ordnungsmacht zu simulieren und Angst bei Minderheiten zu schüren.

Strafverfahren und Verurteilungen

Schmidtke ist vielfach vorbestraft. Zu den dokumentierten Vorfällen gehören:

Jahr Delikt Urteil / Status
2013 Volksverhetzung (Verkauf indizierter CDs) 8 Monate Haft auf Bewährung
2014 Falsche eidesstattliche Versicherung Geldstrafe (ca. 1.800 €)
2015 Körperverletzung (Angriff auf Gegendemonstranten) Diverse Verfahren, teils Geldstrafen
2016 Verstoß gegen Jugendschutzgesetz Geldstrafe

In seinen Prozessen inszeniert sich Schmidtke regelmäßig als „politischer Verfolgter“ und nutzt die Gerichtssäle für medienwirksame Selbstdarstellung.

Internationale Vernetzung

Schmidtke agiert als Koordinator für internationale Kontakte der Partei „Die Heimat“.

Einzelnachweise

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