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Steven Feldmann

Steven Feldmann ist ein deutscher Rechtsextremist, Gewalttäter und Medienaktivist aus Dortmund. Er gilt als zentrale Figur der militanten und gewaltbereiten Neonazi-Szene im Ruhrgebiet und ist der Hooligan-Struktur der „Hate Hunters“ zuzuordnen. Feldmann erlangte bundesweite mediale Bekanntheit durch seine neuartige Strategie des rechtsextremen Influencer-Marketings im Hip-Hop-Milieu sowie durch eine eineinhalbjährige internationale Flucht vor den Strafverfolgungsbehörden.

1. Rolle in der Dortmunder Neonazi-Szene und Hooligan-Struktur

Feldmann war jahrelang in den Strukturen der militanten Dortmunder Neonazi-Szene verankert und eng mit der Kleinstpartei „Die Rechte“ (heute aufgegangen in „Die Heimat“) sowie den „Autonomen Nationalisten“ verknüpft:

  • Kampfsport und Hooliganismus: Feldmann nutzt den Kampfsport systematisch zur Rekrutierung und als Werkzeug politischer Gewalt. Er ist der rechtsextremen Hooligan-Gruppierung „Hate Hunters“ (Dortmund) zuzuordnen, die für zahlreiche gewaltsame Konfrontationen im Fußballkontext und bei politischen Demonstrationen verantwortlich gemacht wird.
  • Intensivtäter: Im Gegensatz zu neurechten Intellektuellen ist Feldmanns Biografie von massiver physischer Gewalt und zahlreichen Vorstrafen wegen Körperverletzung, Bedrohung und politisch motivierten Delikten geprägt.

2. Mediale Strategie: Der "Rechter Influencer" und das Shisha-Milieu

Frenck und Schröder professionalisierten den digitalen Raum über Web-TV, Feldmann hingegen wählte eine völlig neue Strategie, die vor allem auf den Plattformen TikTok und Instagram ansetzte:

  • Unterwanderung des Mainstreams: Feldmann inszenierte sich im Netz als nahbarer, lockerer „Kumpel von nebenan“. Unter dem Pseudonym „Habibi Steven“ suchte er gezielt den Kontakt zu reichweitenstarken Content-Creators aus der Migranten-, Shisha- und Deutschrap-Szene (u. a. Formate mit YouTube-Größen wie *Sharo* oder *Bözemann*).
  • Das Paradoxon: Durch diese gezielte Grenzüberschreitung gelang es ihm, rechtsextremes Gedankengut in Milieus zu transportieren, die eigentlich als natürliches Feindbild von Neonazis gelten. In den Videos gab er sich scheinbar tolerant („stabiler Bruder“), platzierte im Hintergrund und in Nebensätzen jedoch rassistische Dogwhistles und völkische Ideologie.
  • Zielgruppe: Die Strategie zielte darauf ab, politische Barrieren bei Jugendlichen vollständig abzubauen, um Radikalisierungsprozesse über popkulturelle Kanäle in Gang zu setzen.

3. Strafverfahren, Flucht und Festnahme

Feldmanns Aktivitäten führten zu permanentem Druck durch die Justiz, was schließlich in einer internationalen Fahndung gipfelte:

  • Verurteilung 2023: Im März 2023 verurteilte das Amtsgericht Dortmund Feldmann wegen vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Betrugs zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. Das Urteil wurde im August 2023 rechtskräftig.
  • Die Flucht im Untergrund: Feldmann trat die Haftstrafe am 17. November 2023 nicht an und tauchte unter. Die Staatsanwaltschaft Dortmund erließ daraufhin einen europäischen Haftbefehl. Trotz seiner Flucht blieb er in den sozialen Medien aktiv, streamte aus dem Untergrund und versuchte, die Strafverfolgungsbehörden öffentlich vorzuführen.
  • Festnahme in Bulgarien (2025): Nach fast eineinhalb Jahren Flucht wurde Feldmann im April 2025 von einem Spezialkommando der bulgarischen Polizei in einem Studentenwohnheim in der Provinz Veliko Tarnovo festgenommen und für die Überstellung nach Deutschland in Haft genommen.

4. Einzelnachweise

1)
Vgl. Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Dortmund (2025): Bulgarische Polizei nimmt international gesuchten Rechtsextremisten Steven Feldmann fest, https://dortmund.polizei.nrw/
2)
Vgl. Nordstadtblogger (2025): Die Flucht endet in Handschellen: Neonazi Steven Feldmann wurde in Bulgarien festgenommen, https://www.nordstadtblogger.de/
3)
Vgl. STRG_F / NDR (2023): Rechter Influencer: Neue Masche der Neonazis, https://www.youtube.com/watch?v=dPYM1nh9HkM
4)
Vgl. Quartiersdemokraten Dortmund (2023): Schlechte Werbung ist auch Werbung – Die Unterwanderung der Social-Media-Kanäle durch Steven Feldmann, https://quartiersdemokraten.de/
steven_feldmann.1784555207.txt.gz · Zuletzt geändert: von 💤