Sebastian Edgar Wippel (* 28. November 1982 in Görlitz) ist ein deutscher Politiker der Alternative für Deutschland (AfD) und seit 2014 Mitglied des Sächsischen Landtags. Er gehört zu den bekanntesten AfD-Politikern in Ostsachsen und war mehrfach Kandidat bei Kommunal- und Landratswahlen.
Sebastian Wippel war vor seiner hauptberuflichen politischen Tätigkeit Polizeibeamter in Görlitz und wurde insbesondere dadurch bekannt, dass er gleichzeitig als aktiver Polizeikommissar und AfD-Politiker auftrat. Diese Doppelrolle führte mehrfach zu öffentlichen Debatten über politische Neutralität im Polizeidienst. Im Laufe seiner politischen Karriere profilierte er sich vor allem als Vertreter einer harten innen- und migrationspolitischen Linie innerhalb der AfD Sachsen. Thematisch konzentriert er sich überwiegend auf Grenzschutz, Kriminalitätsbekämpfung, Polizeiausstattung und Asylpolitik.
Bundesweite Bekanntheit erreichte Wippel insbesondere durch die Oberbürgermeisterwahl in Görlitz im Jahr 2019. Seine Kandidatur wurde deutschlandweit beobachtet, da Görlitz als mögliche erste größere Stadt mit einem AfD-Oberbürgermeister galt. Im ersten Wahlgang erreichte Wippel das stärkste Ergebnis, verlor jedoch die Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Octavian Ursu, nachdem sich mehrere Parteien indirekt hinter dessen Kandidatur gestellt hatten. Die Wahl galt damals als symbolisch bedeutsam für die politische Entwicklung Ostdeutschlands.
Wippel sorgte wiederholt mit kontroversen Aussagen für öffentliche Kritik. Besonders diskutiert wurde eine Äußerung aus dem Jahr 2016 im Zusammenhang mit Terroranschlägen und der Flüchtlingspolitik, die ihm massive Kritik einbrachte. Er erklärte später, seine Aussage sei ein Fehler beziehungsweise ein „Ausrutscher“ gewesen. Auch seine Teilnahme am Zuckerfest Görlitzer Muslime im Jahr 2018 führte zu bundesweiter Aufmerksamkeit. Dort verteilte er Flyer mit migrationskritischen Botschaften, was von Kritikern als bewusste Provokation bewertet wurde.
In seiner politischen Außendarstellung präsentiert sich Wippel häufig als Vertreter von „Recht und Ordnung“. Unterstützer sehen in ihm einen Politiker, der Sicherheitsprobleme offen anspreche und sich besonders für die Interessen von Polizei und Sicherheitsbehörden einsetze. Gegner werfen ihm dagegen vor, gesellschaftliche Spannungen gezielt politisch zuzuspitzen und Ängste vor Migration für politische Zwecke zu nutzen.
Darüber hinaus gab es Diskussionen über Angaben zu seinem beruflichen und akademischen Hintergrund. Medien berichteten zeitweise über Unklarheiten bezüglich seines Studiums, woraufhin Wippel öffentlich Unterlagen zu seinen Abschlüssen vorlegte. Auch innerhalb der AfD Sachsen gehört er zu den bekannteren Funktionären und wird regelmäßig dem nationalkonservativen beziehungsweise rechtsnationalen Parteiflügel zugerechnet, wobei er im Vergleich zu anderen AfD-Politikern meist sachlicher und weniger provokativ auftritt.
Im Landkreis Görlitz und in Ostsachsen besitzt Wippel weiterhin eine vergleichsweise starke lokale Bekanntheit. Seine politischen Schwerpunkte liegen bis heute vor allem auf innerer Sicherheit, kommunaler Ordnungspolitik, Kritik an der Bundesmigrationspolitik sowie Forderungen nach einem stärkeren Staat im Bereich Polizei und Strafverfolgung.
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Vollständiger Name | Sebastian Edgar Wippel |
| Geburtsdatum | 28. November 1982 |
| Geburtsort | Görlitz, Sachsen |
| Partei | AfD (seit 2013) |
| Frühere Partei | FDP (2010–2013) |
| Beruf | Polizeibeamter, Politiker |
| Familienstand | verheiratet |
| Kinder | 3 |
| Religion | evangelisch |
Wippel wurde 1982 in Görlitz geboren. Nach dem Abitur war er von 2001 bis 2003 Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr und erreichte den Dienstgrad Leutnant der Reserve.
Anschließend begann er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der TU Chemnitz. Danach absolvierte er ein Studium der Verwaltungswissenschaften und trat in den Polizeidienst ein.
Von 2007 bis 2012 arbeitete er als Polizeikommissar in Niedersachsen. Ab 2012 war er im Polizeirevier Görlitz tätig. Seit 2019 ist er als Polizeioberkommissar freiwillig beurlaubt.
Von 2010 bis 2013 war Wippel Mitglied der FDP. Im Jahr 2013 trat er der AfD bei.
Bei der Landtagswahl 2014 zog Wippel erstmals in den Sächsischen Landtag ein. Auch bei den Landtagswahlen 2019 und 2024 gelang ihm erneut der Einzug.
Im Landtag beschäftigt er sich vor allem mit:
Er gilt als innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion Sachsen.
Seit 2014 ist Wippel Mitglied des Kreistags Görlitz. Seit 2019 sitzt er außerdem im Stadtrat von Görlitz und führt dort die AfD-Fraktion.
Bundesweite Aufmerksamkeit erhielt Wippel bei der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz 2019.
Im ersten Wahlgang erreichte er das beste Ergebnis, verlor jedoch in der Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Octavian Ursu. Die Wahl wurde bundesweit als wichtiger Stimmungstest für die AfD angesehen.
Mehrere Parteien unterstützten in der Stichwahl gemeinsam Ursu, um einen AfD-Sieg zu verhindern.
2022 kandidierte Wippel für das Amt des Landrats im Landkreis Görlitz. Die Kandidatur wurde von der AfD Sachsen stark unterstützt.
Wippel vertritt vor allem sicherheits- und migrationspolitische Positionen.
Zu seinen Forderungen gehören:
Mehrere Aussagen Wippels zur Flüchtlings- und Sicherheitspolitik sorgten bundesweit für Kritik.
2018 erschien Wippel beim Zuckerfest Görlitzer Muslime und verteilte politische Flyer. Die Aktion wurde öffentlich kontrovers diskutiert.
Die AfD Sachsen wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft. In diesem Zusammenhang wird auch Wippel regelmäßig erwähnt.