Dies ist eine alte Version des Dokuments!
Inhaltsverzeichnis
Sebastian Schmidtke
Sebastian Schmidtke (* 1985 in Strausberg) ist ein deutscher rechtsextremer Politiker und Aktivist. Er war langjähriger Landesvorsitzender der NPD in Berlin und ist aktuell Funktionär der Nachfolgepartei Die Heimat. Schmidtke gilt als zentrale Galionsfigur der Neonazi-Szene in Berlin und Brandenburg sowie als Bindeglied zwischen parteigebundenen Strukturen und militanten „Freien Kräften“.
Biografie und Politische Laufbahn
Schmidtke wuchs in Brandenburg auf und stieß bereits in jungen Jahren zur rechtsextremen Szene. Er wird dem Spektrum der Autonomen Nationalisten zugerechnet.
- Frühe Jahre: Aktivität im „Nationalen Widerstand Berlin“ (NW-Berlin), einer Plattform für militante Neonazis.
- 2012–2014: Landesvorsitzender der NPD Berlin. Unter seiner Leitung verfolgte der Verband einen aggressiven, straßenorientierten Kurs.
- Bundespolitik: Seit 2014 Mitglied im Bundesvorstand der NPD (jetzt „Die Heimat“), zuständig für die Bereiche Organisation und den parteieigenen Ordnungsdienst.
- 2023: Unterstützung der Umbenennung der NPD in „Die Heimat“, um die Partei als „soziale Heimatpartei“ neu zu positionieren.
Infrastruktur und Geschäftstätigkeit
Schmidtke war maßgeblich am Aufbau einer rechtsextremen Infrastruktur im Berliner Stadtteil Schöneweide beteiligt.
Szeneladen "Hexogen"
In der Brückenstraße in Berlin-Schöneweide betrieb Schmidtke den Laden „Hexogen“.
- Angebot: Vertrieb von Rechtsrock-CDs, Szenekleidung (z.B. Thor Steinar) sowie Outdoor-Equipment und Waffen (Elektroschocker, Pfefferspray).
- Bedeutung: Der Laden diente als logistisches Zentrum für die Berliner Neonazi-Szene und als Anlaufstelle für Aktivisten.
- Schließung: Nach langjährigen Protesten der Zivilgesellschaft und Räumungsklagen wurde das Geschäft 2014 geschlossen.
- DHL-Skandal: 2013 geriet die Deutsche Post in die Kritik, da sie im „Hexogen“ eine Paketstation betrieb; die Kooperation wurde nach öffentlichem Druck beendet.
Vorfälle und Verurteilungen
Schmidtke steht aufgrund seiner aggressiven Agitation und der Verbreitung strafbarer Inhalte regelmäßig vor Gericht.
| Jahr | Vorfall / Vorwurf | Ergebnis | Quelle |
|---|---|---|---|
| 2012 | Verdacht auf Betrieb der Hetzseite „NW-Berlin“ | Hausdurchsuchung, Sicherstellung von PCs | taz |
| 2013 | Volksverhetzung (Vertrieb von 23 volksverhetzenden CDs im „Hexogen“) | 8 Monate Haft auf Bewährung | Spiegel |
| 2013 | Körperverletzung (Angriff mit Regenschirm auf Gegendemonstranten in Lingen) | Verfahren gegen „Notwehr“-Einlassung (strittig) | Spiegel |
| 2016 | Volksverhetzung (Redebeiträge/Internet) | Freispruch in einem Fall, Geldstrafe (1.800€) in anderem Fall | Tagesspiegel |
Strategie und Vernetzung
Anti-Asyl-Kampagnen
Schmidtke war einer der Hauptinitiatoren der Proteste gegen Geflüchtetenunterkünfte, insbesondere 2013 in Berlin-Hellersdorf. Er nutzte Bürgerversammlungen, um Ängste zu schüren und die NPD als vermeintliche Schutzmacht der Anwohner zu inszenieren.
Projekt "Schutzzone"
Als Teil der bundesweiten Strategie baute er die Initiative „Schutzzone“ mit auf. Hierbei patrouillieren Neonazis in einheitlicher Kleidung in Bahnhöfen oder Wohnvierteln, um eine „Bürgerwehr“ zu simulieren.
Internationale Kontakte
Er pflegt enge Kontakte zu osteuropäischen Gruppen, unter anderem in Polen (Niklot) und der Tschechischen Republik (DSSS), und tritt dort regelmäßig als Redner auf.
Quellen und Weblinks
- Belltower News: Profil Sebastian Schmidtke
- Verfassungsschutz Berlin: Jährliche Berichte (erwähnen Schmidtke regelmäßig als zentralen Akteur).

